Dienstag, 25. Mai 2010

Mythologie der Sternbilder: Das Sternbild Leo - der Löwe

Heute geht es weiter mit einem neuen Teil meiner Artikelserie über die Mythologie der Sternbilder. Nachdem Ihr hoffentlich ein entspanntes verlängertes Wochenende genießen durftet möchte ich Euch nun die Geschichte des Nemeischen Löwen erzählen, der heutzutage als das Sternbild Löwe am Sternenhimmel verortet wird.


Der Nemeische Löwe - eine Kampfmaschine
Ein stahlhartes Fell machte ihn unverwundbar, Krallen und Zähne - so scharf wie geschliffene Diamanten - machten ihn unsagbar gefährlich. Der Nemeische Löwe war scheinbar die ultimative Kampfmaschine unter den Bestien der griechischen Mythologie. Grund genug für die Göttin Hera eine Intrige zu ersinnen, die auf ihren Stiefsohn Herakles abzielte. So trieb der Löwe auf Geheiß der Schwester und Gemahlin des Zeus sein Unwesen in den Wäldern der Argolis, auf dem Peloponnes und machte ungehindert Jagd auf Mensch und Tier.

Heras Netz von Intrigen wird enger
Das Kind des Typhon und der Echidna entwickelte sich zu einer sprichwörtlichen Landplage. Eurystheus, der König Mykenes und Tiryns sah sich gezwungen etwas gegen das Problem zu unternehmen. Er selbst hatte nicht die Absicht dem Löwen entgegen zu treten. Glücklicherweise hatte sich erst kurz zuvor eine für ihn großartige Situation ergeben. Denn sein Adoptivbruder Herkules alias Herakles hatte sich nach einer privaten Tragödie, in der Hera ein weiteres mal eine wichtige Rolle spielte, freiwillig in seine Dienste begeben. (Was sich genau ereignete erfahrt Ihr in der Geschichte über das Sternbild Herkules.)

Die Erste der Arbeiten des Herkules
Im Laufe seines Dienstes sollte Herakles zwölf Aufgaben von Eurystheus gestellt bekommen, die auch als die "Arbeiten des Herkules" bekannt sind. Die erste Aufgabe bestand darin den Nemeischen Löwen unschädlich zu machen. So begab sich der Sohn des Zeus auf die Jagd. Als er die Bestie schließlich fand musste er feststellen, dass er einen unverzeihlichen Fehler begangen hatte. Er war zur Jagd aufgebrochen ohne ausreichend Kenntnisse und Informationen über seine Beute zu erlangen und einzuholen. Dies sollte ihm bewusst werden als seine abgegebenen Pfeile wirkungslos am Fell des Löwen abprallten.

Ein Kampf der Giganten
Hätte er nicht in dem Augenblick, als der Nemeische Löwe zum Sprung ansetzte, seine Keule, die aus dem Stamm eines Olivenbaums gefertigt war, ergriffen, wäre Heras List wohl tatsächlich aufgegangen. Aber Herakles traf seinen Gegner am Kopf, woraufhin dieser sich in seinen Unterschlupf flüchtete. Die Felsspalte die den Berg Tretos in zwei Hälften teilte sollte jedoch anstatt Sicherheit zu gewähren zur Falle für den Löwen werden. Denn Herakles verschloss einen Ausgang der Felsspalte. Von Angst getrieben rannte das Tier zum offenen Ausgang direkt in die Arme des Halbgottes, der ihn schließlich packte und mit bloßen Händen zu Tode würgte.

Das Fell des Nemeischen Löwen macht Herakles fast unverwundbar
Nachdem Herakles den Nemeischen Löwen erlegt hatte, beschloss er dessen Fell mit sich zu nehmen. Um es dem Kadaver abzuziehen, musste sich der Sohn des Zeus der Krallen des Löwen bedienen. Aus dem Fell schneiderte er sich auf dem Rückweg zu Eurystheus einen neuen Umhang, der ihn wie eine Art Schild vor Angriffen schützte. Als sein Bruder ihn in seinen Mantel gehüllt sah, überkam ihn eine große Angst. Geschockt von den Ausmaßen der Kräfte die Herakles sein eigen nannte, verkroch der König Mykenes sich in einem Topf und weigerte sich den Halbgott zu empfangen. Der Schreck saß derartig tief, dass Herakles künftig nicht mehr die Stadt betreten durfte und die Befehle sollte er nur noch von dem Bediensteten Kopreus erhalten.

Der Nemeische Löwe wiederum wurde nach seinem Tod von Hera persönlich an den Himmel versetzt.



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