Mittwoch, 28. April 2010

Die Ahnen des European Extremly Large Telescope oder das Kuriositätenkabinett der Teleskope

Die Entscheidung der europäischen Südsternwarte das künftig größte Teleskop der Welt in Chile zu bauen, über die ich in meinem letzten Beitrag berichtete, hat mich dazu veranlasst einen Blick zurück zu werfen; auf die Ahnen des European Extremly Large Telescope.


Das Spektrum der Teleskope ist unüberschaubar geworden
Der Blick in die Geschichte hat mir eine Sache deutlich vor Augen geführt: Der Stammbaum der Teleskope ist in den letzten vier Jahrhunderten mächtig groß geworden und hat zahlreiche Zweige bekommen. Schon seit vielen Jahrzehnten gibt es nicht mehr nur den Hauptstamm der optischen Teleskope. In der Krone des Stammbaumes finden sich neben den Spiegelteleskopen beispielsweise Infrarot- und Röntgenteleskope sowie Radio- und Weltraumteleskope.

Die ersten Teleskopbauer hatten mit allerlei Schwierigkeiten zu kämpfen
Die letzten 400 Jahre haben auch allerlei Kuriositäten hervorgebracht. Was für die moderne Astronomie wie eine Unzumutbarkeit erscheinen würde, war in der Vergangenheit oft das einzige Mittel zum Fortschritt. Um die anfänglichen Probleme beim Teleskopbau zu überwinden, ließen sich die Astronomen der Vergangenheit mitunter sehr Außergewöhnliches einfallen.

Johannes Helvius baute gewaltige Teleskope
Der wohl größte Schwachpunkt der frühen Teleskope lässt sich wohl in ihren Linsen verorten. Denn die größten Linsen hatten damals auch sehr große Brennweiten. Dieses Problem löste der Danziger Astronom Johannes Helvius in dem er Teleskope von gerade zu gigantischen Ausmaßen baute. Seine Instrumente erreichten Längen von bis zu 21 Metern. Ein Exemplar soll sogar über 60 Meter lang gewesen sein. Eine weitere Besonderheit seiner Konstruktionen - sie verzichteten auf einen Tubus und bestanden lediglich aus einem Rahmen.

Ein Spiegelteleskop ohne Fangspiegel
William Herschel entwickelte einst ein Spiegelteleskop mit einem Durchmesser von 126 Zentimetern. An sich keine Besonderheit. Was die Konstruktion zur Kuriosität unter den Teleskopen macht ist die Tatsache, dass das Licht direkt in ein seitlich angebrachtes Okular reflektiert wurde. Auf einen Fangspiegel wurde verzichtet. Dieser hätte das Spiegelteleskop einer zu geringen Lichtstärke ausgesetzt.

So groß wie die Familie der Teleskope, so groß die Zahl der Kuriositäten
Selbstverständlich finden sich im Kuriositätenkabinett der Teleskope noch zahlreiche andere ungewöhnliche Exemplare, mit deren Beschreibung man wohl ein ganzes Buch füllen könnte. Deshalb möchte ich zumindest vorerst an dieser Stelle einen Schlusspunkt setzen, um vielleicht später einmal eine Fortsetzung zu diesem Thema zu liefern.


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